Gesundheit und Fitness im Lichte des Polaritätsgesetzes

Yin und Yang

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Daran gibt es nichts zu deuteln, egal wie du dem Gesetz der Polarität gegenüberstehst. Auch, wenn du es für esoterischen Quatsch hältst, ist die Polarität allgegenwärtig. Yin und Yang, Tag und Nacht, arm und reich, ein- und ausatmen, nehmen und geben usw. Das Schattenprinzip, das sich aus der Polarität ergibt, wird gerne vergessen, oft verdrängt. Es lässt sich jedoch, wenn man  offen dafür ist,  immer wieder beobachten. Man wundert und fragt sich: wie konnte mir dies oder jenes nur passieren? Auch wenn die Ursachen für die Manifestation des Schattens, also unerwarteter oder unangenehmer Ereignisse, nicht auf Anhieb erkennbar sind, so wie zum Beispiel bei meinem Meniskusriss im letzten Jahr, liegt ihr immer eine starke Überbetonung des einen Pols zugrunde.

Jedes Pendel schwingt irgendwann zurück

Übertragen auf die gesunde Ernährung leite ich für mich daraus ab, dass ein gelegentliches Sündigen, z.B. in Form eines Schlampertages, durchaus förderlich ist. Fokussiert man sich nur noch auf gesunde Ernährung und vergisst dabei, das Essen zu genießen bzw. auch einmal etwas vermeintlich Ungesundes zu essen oder zu trinken, entsteht mit der Zeit ein starkes Ungleichgewicht. Das Pendel schlägt irgendwann  zurück. Das kann dann zum Beispiel in einer längeren Fressorgie ausarten, aus der man sich lange Zeit wird nicht erholen können. Oder man gibt die guten Vorsätze in Bezug auf die gesunde Ernährung gänzlich auf, ganz nach dem Motto: „man lebt ja schließlich nur einmal“. Der eigentliche Schatten, also die Konsequenzen daraus, kommt  zeitverzögert; in Form einer verschlechterten Fitness und Gesundheit.

Ich bin bestrebt, meine Fitness und Gesundheit -für mich bedingen sich beide Begriffe gegenseitig- zu optimieren. Wenn der Fokus nur noch auf der Gesundheit liegt, man sich also gar keinen Raum mehr für etwas -tendenziell- Ungesundes zugesteht, kann es stressig und damit ungesund werden. Es kann dann ins Gegenteil umschlagen, der Schatten manifestiert sich in diesem Fall sehr wahrscheinlich irgendwann. Wenn man Glück hat, fängt man sich nur eine leichte Erkältung ein. Wenn es ganz dumm kommt, wird man richtig krank. Deshalb gönne ich mir ab und an auch etwas tendenziell Ungesundes, zum Beispiel ein Glas Rotwein (oder auch zwei; unabhängig vom Resveratrol), ein, zwei Flaschen Bier, einige Latte Macchiatos in der Woche und  beim schönen Wetter auch Mal zwei Kugeln Eis  😉 .

Auch beim passiven Rauchen bin ich mittlerweile viel entspannter geworden. Nicht, dass ich jetzt die Gesellschaft von Rauchern suchen würde, aber zumindest wechsle ich nicht mehr die Strassenseite, wenn ein Raucher ein paar Meter vor mir geht. Hierbei greift auch das Prinzip der Hormesis. Ich bin immer wieder und immer mehr überrascht, wie oft mir diese Prinzipien im Leben begegnen. Wenn man sie kennt, kann man etwas leichter über den eigenen Schatten springen 😀 .

Wie sieht es in diesem Kontext mit Sport aus? Auch hier greift das Gesetz der Polarität. Selbst der ehrgeizigste Sportler, ein Trainingsweltmeister, wird irgendwann erkennen müssen, dass auch er Zeiten einer ausgedehnten Regeneration braucht. Dauerhaft am Anschlag zu trainieren und jeden Wettkampf auf Bestzeit laufen zu wollen, geht einfach nicht. Gibst du deinem Körper nicht freiwillig die Erholungszeit, die er braucht, holt er sich diese selbst; manchmal nicht so wie du es dir wünschen würdest. Es kann durch eine Verletzung oder eine Krankheit erzwungen werden; nicht schön 🙁 .

In diesem Zusammenhang lobe ich mir das 80/20%-Prinzip. Mit den 20% gibst du dem Schatten freiwillig einen Raum. Damit kannst du vermeiden, dass er sich irgendwann von selbst meldet und sein Recht einfordert; wenn es dumm läuft, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst.

Warum schreibe ich darüber auf LaufenundFitness? Weil mich auch solche Themen beschäftigen und ich finde, dass sie es wert sind, erwähnt zu werden.

Dein Peter Buchmann

 

Foto: Pixabay.com © „Yin & Yang“,  Bildnachweis nicht erforderlich

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