Lauf-Adventskalender 2015, 22. Türchen -„Darmentleerung“ vor dem Wettkampf

Das Wettkampfgewicht

Jedes überflüssige Gramm, das du mit dir herumschleppst, kostet dich im Wettkampf wertvolle Zeit. Auf der Homepage von Peter Greif gibt es ein Tool, mit dessen Hilfe du deinen geplanten Gewichtsverlust (Fett! Nicht aktive Muskelmasse) in „Zeitgewinn“ bei Rennen auf Strecken zwischen 5 km und dem Marathon ermitteln kannst.

Weil das so ist, liegt es nahe, dass jeder (Wettkampf-)Läufer bestrebt ist, sein Körpergewicht vor wichtigen Wettkämpfen zu optimieren. Auf die Frage, ob es vor diesem Hintergrund Sinn macht, auch Muskelmasse -am besten im Oberkörper- „freiwillig“ zu opfern, möchte ich hier nicht eingehen. Dies stellt für mich keine Option dar.

Problemstellung

Eine Gewichtsreduktion erreichst du letztlich mit einer Kalorienrestriktion. Du musst dafür etwas weniger Kalorien aufnehmen als du verbrauchst.

Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter in die Tiefe gehen, nach dem Motto: Kalorie ist nicht gleich Kalorie, also z.B. Eiweiß vs. Fett (Stichwort: „Thermogenese“), oder „böse“ Kohlenhydrate (Stichwort: „Insulin“) vs. gute Fette. Das würde den Rahmen des Beitrags sprengen und darum geht es hier auch gar nicht.

Eine Kalorienrestriktion in unmittelbarer Wettkampfvorbereitung ist nicht ohne Risiken. Du trainierst viel und das erfordert eine gute, vor allem schnelle Regeneration. Dafür ist eine ausreichende Zufuhr der richtigen Nahrungsmittel essentiell. Sparst du hier an der falschen Stelle, riskierst du unter Umständen eine Erkältung (dein Immunsystem arbeitet bereits auf Hochtouren) oder Verletzung. Beides wirft dich zurück, unter Umständen kannst du den geplanten Wettkampf ganz vergessen.

Die Lösung

Entleerung des Darminhalts, also der überflüssigen Schlacken (Balast).

Wie das geht, erfährst du am besten direkt von dem -meines Wissens- Urheber dieser Methode, Herrn Dr. Ulrich Strunz in seinem Beitrag „Also gut“ vom 09.02.2011.

Meine Erfahrungen

Ich habe damit das erste Mal Anfang Juni 2013 experimentiert. Ursprünglich nahm ich 5 Messlöffel á 375 mg reines Magnesium im Stundentakt ein, beginnend am Vorabend des Wettkampfs. Das klappte jedes Mal sehr gut 😉 . Seit April 2014 nehme ich 6 Messlöffel á 375 mg reines Magnesium, als Dicitrat in Pulverform, ein. Warum ich die Dosis erhöht habe, weiß ich nicht mehr genau. Vielleicht war die Wirkung einmal nicht ganz so zufriedenstellend.

Ich beginne mit der Einnahme gegen 18.00 Uhr und nehme meine letzte Portion gegen 23.00 Uhr ein. Da ich das Pulver im Wasser auflöse, habe ich zusätzlich den Vorteil, meine Wasserspeicher für den bevorstehenden Wettkampf zu füllen.

Die erste Wirkung setzt bei mir bereits am späten Abend, meistens nach der letzten Ration, ein. Die Nacht verläuft immer ruhig (im Darm, nicht unbedingt im Kopf). Am Morgen muss ich dann als Erstes einen zweiten „Toilettengang“ einlegen 😀 . Im optimal Fall, und das klappt bei mir sehr gut, gehe ich noch ca. 10 Minuten vor dem Rennen auf die Toilette und entledige mich quasi der Reste (außer des Frühstücksinhalts, der jedoch schlackenarm sein sollte).

Diese Prozedur habe ich schon mehrmals angewandt, jedes Mal mit vollem Erfolg 😉 . Wie viel (Kilo?)Gramm ich dabei jeweils verlor, weiß ich nicht. Zwischen den einzelnen Toilettengängen trinke und esse ich weiter. Des Weiteren fülle ich am Vorwettkampftag, insb. vor dem Marathon, meine Glykogenspeicher auf. Dies bindet zusätzlich Wasser. Der reine Vergleich zwischen dem Körpergewicht vor der Darmentleerung und dem Gewicht am Morgen des Wettkampftags sagt also nichts darüber aus, wie sich das Körpergewicht zusammensetzt. Bei gleichem Körpergewicht macht es einen großen Unterschied aus, ob 1 kg davon Wasser oder Fett (Darminhalt) ist.

Letztlich ist mir egal wie stark der Gewichtsverlust ausfällt. Ich fühle mich danach in keiner Weise geschwächt, sondern ganz normal (fit). Insofern kann ich die Aussagen von Dr. Strunz voll und ganz bestätigen.

Die negative Assoziation, bzw. warum dürften sich die Wenigsten darauf einlassen

Einen Durchfall, der dabei unweigerlich kommt, assoziiert man normalerweise mit einem Schlappheitsgefühl, einer Krankheit und Unwohlsein. Bei der Darmentleerung mit Magnesium musst du dich von solchen Bildern / Assoziationen lösen. Dann klappt das auch.

Allerdings weiß ich, dass sich sehr viele Läufer für so ein Experiment nicht begeistern lassen weden.  Die negativen Bilder und Gefühle sind einfach zu stark.

Wenn du es ausprobieren möchtest, dann nicht direkt vor einem wichtigen Wettkampf

Alles Neue, für dich Ungewohnte solltest du nicht direkt vor (bzw. in) einem wichtigen Wettkampf ausprobieren. Auch diese Prozedur solltest du, um auf Nummer sicher zu gehen, vorher ausprobieren.

Ich persönlich hatte dazu keine Lust und probierte es direkt vor einem Wettkampf aus. Dies war ein 10 km-Rennen. Als ich es dann vor dem nächsten Marathon einsetzte, wusste ich schon, dass es bei mir gut funktioniert.

Wann du es das erste Mal ausprobierst, hängt letztlich von deiner Risikobereitschaft ab.

joker   Joker:

Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff, von dem die meisten von uns zu wenig im Körper/ Blut haben. Mit der hier vorgestellten Darmentleerung verpasst du dir nebenbei eine „Megadosis“ Magnesium. Ein Teil davon wird schon „hängen bleiben“. Und: Habe keine Angst vor einer Überdosierung. Die einzige Nebenwirkung von zu viel Magnesium ist … Durchfall 😉 .

Einen aktiven und entspannten Tag wünscht dir

Dein Peter Buchmann

 

Foto: Buchmann „Magnesium“ und Piexlio.de © Uta Herbert, „joker“

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