Fahrtspiel und ein autoreguliertes Training – eine gute Kombination

Das Fahrtspiel ist ein stark unterschätztes Trainingsmittel. Es imitiert die Bewegungsroutine des Jägers und Sammlers ganz gut. Das Fahrtspiel beinhaltet nahezu alle Laufmuster. Von einem schnellen Gehen (Walken) bis hin zum Sprinten ist alles dabei. Die Intensität, also das Lauftempo und die Länge der schnelleren Abschnitte (Intervalle), ist variabel. Sie kann an das Gelände und/ oder an deine Tagesform angepasst werden. Deshalb ist das Fahrtspiel das perfekte Tool für ein autoreguliertes Training.

Beim Fahrtspiel werden mehrere konditionelle Fähigkeiten gleichzeitig trainiert:

  • Ausdauer
  • Kraftausdauer
  • Beschleunigung
  • Schnelligkeit

Wettkampforientierte Läufer können sich zudem in der Leidensfähigkeit üben, wenn sie wollen. Auch die Leistungsparameter Laktattoleranz und die maximale Sauerstoffaufnahme können durch Fahrtspiele verbessert werden.

Ein Fahrtspiel wird jedem Freizeitläufer, der sonst kaum seine Comfortzone verlässt, einen Mehrwert bieten. Nicht nur die o.g. konditionellen Fähigkeiten verbessern sich. Durch die intensiveren Abschnitte, insbesondere die Steigerungsläufe bis hin zu kurzen Sprints, steigt auch der koordinative Anspruch im Vergleich zum lockeren Dauerlauf deutlich.

Wettkampfläufer können das Fahrtspiel punktuell in ihr Training integrieren. Das macht das Training abwechslungsreicher und konterkariert nicht die übrigen Trainingseinheiten. Auch in den Übergangsperioden können mit Hilfe des Fahrtspiels Trainingsreize gezielt gesetzt werden.

Kraftsportler, die die klassischen extensiven Dauerläufe ablehnen und auch in dem klassischen Intervalltraining wenig Sinn sehen, könnten im Fahrtspiel das Mittel der Wahl finden. Sie werden von einem Fahrtspiel mehr profitieren als von einem 30 minütigen Dauerlauf. Das wird sich auch auf ihre Performance im Krafttraining positiv auswirken.

Das Gleiche trifft auch auf alle gesundheitsorientierten Läufer, die zwei-/ dreimal pro Woche jeweils 30 Minuten joggen gehen, zu.

Ich zähle mich seit meiner Knie-OP im September letzten Jahres immer noch zu der letztgenannten Gruppe. Anstelle der bisher üblichen 15 – 21 km Läufe mit GA2-Intervallen etc. sind einmal in der Woche Fahrtspiele von ca. 6 km Länge getreten. Mit einem guten Warm-Up und einem Finisher bewege ich mich so ca. 1 Stunde an der frischen Luft und habe anschließend ein gutes Gefühl. Das Interessante dabei ist, dass sich die schnellen Abschnitte des Fahrtspiels für mein linkes, operiertes Knie viel besser anfühlen als der lockere Dauerlauf.

Falls du es noch nie ausprobiert hast, solltest du es unbedingt tun. Ich kann es dir wärmstens empfehlen. Fange deinen Lauf wie immer an und variiere das Lauftempo. Such dir einen Punkt vor dir, zum Beispiel einen Stein oder eine Strassenlaterne etc. und beschleunige ab da. Wenn dir danach ist, steigerst du das Tempo maximal. Nach ca. 100 bis 200 Metern kehrst du wieder zum lockeren Lauftempo zurück. Zwischendurch kannst du auch nur ganz locker traben und dann mal wieder etwas schneller laufen; eben mit dem Tempo spielen.

Falls du schon lange nicht mehr gesprintet bist, lass es lieber etwas langsamer angehen. Gewöhne dich erst einmal an das schnellere Laufen. Bedenke zudem, dass die Muskulatur gut aufgewärmt sein muss, bevor du maximal sprintest. Wir wollen keine Verletzungen provozieren 😉 .

Dein Peter Buchmann

 

Foto: Pixabay.com © „Free-Photos“- Bildnachweis nicht erforderlich

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