Bücher-Adventskalender 2017; 16. Türchen, Born to Run

BORN TO RUN von Christopher McDougall,
2. Auflage Taschenbuchausgabe 2015, Verlagsgruppe Random House, München (400 Seiten), ISBN 978-3-453-60369-1

Kategorie: Laufen

Es gibt wenige Bücher, bei denen ich lange zögerte, diese zu kaufen bzw. zu lesen. Born to run ist so ein Buch. Ich denke, das hat mit meiner Einstellung langen Ausdauerläufen, den Long Run´s, gegenüber zu tun. So musste ich zu meinem Glück erst gezwungen werden und bekam es geschenkt 😀 .

Es gibt wenige Bücher, die trotzdem besser zu LaufenundFitness passen als dieses Buch,  denn es handelt von Laufen als der natürlichsten Bewegungsform des Menschen (hast du diesen Halbsatz schon irgendwo gelesen 😉 ?). Egal wie man zu langen Ausdauerläufen steht, egal was letztendlich dazu führte, dass Micah True, alias Caballo Blanco, mit 58 Jahren, also relativ jung, verstarb, die Tarahumara Indianer laufen einfach. Es ist bei diesem Naturvolk „nur“ etwas ausgeprägter als bei anderen Naturvölkern.   Alle Naturvölker laufen mehr als wir, eins der sogenannten „zivilisierten Völker“.

Born to Run ist kein Sachbuch in dem Sinne, es ist viel mehr eine Hommage an die Tarahumara, an das Laufen an sich.

„Okay,…. Wie sieht der richtige Laufstil aus?“

Diese Frage stellte sich der Buchautor, McDougall, nachdem er erkannte, dass sein eigener Laufstil vergleichbar war mit Frankensteins Monster beim Versuch, Tango zu tanzen. McDougall konnte nicht verstehen bzw. einsehen, dass „jedes andere Säugetier auf diesem Planeten sich auf seine Beine verlassen kann, nur wir Menschen nicht“. So landete er schließlich bei „den einzigen Menschen, die seine Frage beantworten konnten, den einzigen, die die Antwort lebten“; den Tarahumara.

Im Land der Tarahumara lernt McDougall nicht nur ausdauernde und schnelle einheimische Läufer, sondern auch einen Weißen, Caballo Blanco, kennen. Nach dem Motto „aller Anfang ist schwer“ dauert es seine Zeit bis sich McDougall und Caballo Blanco, ein „Laufverrückter“, anfreunden. Zusammen versuchen sie schließlich, ein Rennen zwischen den schnellsten Tarahumara und Scott Jurek, einem der größten Ultralangstreckenläufer der vergangenen Jahre, zu organisieren. Ob das Rennen stattfindet und, falls ja, wer es gewonnen hat, wird natürlich nicht verraten 😉 .

Was fand ich an diesem Buch besonders interessant?

Die Story fesselte mich ziemlich schnell und ich ertappte mich einige Male dabei wie ich überlegte, ob ich nicht auch einmal einen Ultralauf, zum Beispiel ein 100 km-Rennen, wagen solte. Beim Lesen dieses Buches,  es war im Sommerurlaub 2016, kam immer wieder eine gewisse Romantik auf.  Es passte auch zum Urlaubsfeeling. Diese Idee verwarf ich jedoch immer wieder schnell.

Aufgrund meines Fersenspornproblems war ich damals außer Gefecht gesetzt, ich überlegte: warum hat sich bei mir ein Fersensporn gebildet, obwohl ich nicht annähernd so viel laufe wie die Tarahumara? Am Laufstil dürfte es eigentlich nicht liegen (oder vielleicht doch?). Da wurde mir klar, dass der Lebensstil eines Westeuropäers sich von dem eines Tarahumaras „leicht“ unterscheiden dürfte. Die Tarahumara rennen ihr ganzes Leben lang täglich, quasi barfuß! Ihr Bewegungsapparat ist an diese Belastung gut angepasst. Das sieht bei uns etwas anders aus 🙁 . Acht Stunden im Büro zu sitzen und dann einen 10 km Trainingslauf zu absolvieren ist eben nicht dasgleiche wie sich den ganzen Tag über zu bewegen. Ich bleibe deshalb bei meiner alternativen Trainingsmethode / der alternativen Marathonvorbereitung. Long Runs haben da wenig bis kein Platz, Ultraläufe noch weniger.

Solche Bücher zu lesen kann trotzdem ungemein motivieren 😛 .

Born to Run: Ein vergessenes Volk und das Geheimnis der besten und glücklichsten Läufer der Welt., Christopher McDougall, 2. Auflage Taschenbuchausgabe 2015, Verlagsgruppe Random House, München (400 Seiten), ISBN 978-3-453-60369-1, Preis: 12,99 €.

 

Dein Peter Buchmann

 

Foto: Buchmann privat, “16_Born to Run“

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