Beweglichkeits-Adventskalender 2016, 6. Türchen -Gesäß; M. gluteus medius und M. piriformis-

Es geht weiter mit der Streckerkette

Dein Popo ist nicht nur dazu da, um darauf zu sitzen, auch wenn man diesen Eindruck heutzutage schnell gewinnen kann. Die Gesäßmuskulatur setzt sich aus mehreren Muskeln zusammen und ist im Wesentlichen für die Hüftstreckung und –rotation zuständig. Nach den Zehen, Waden und Quadrizeps folgen wir der Streckerkette weiter nach oben.

Beckenstabilisatoren

Für uns Läufer ist nicht nur der große  Gesäßmuskel, der  M. gluteus maximus, wichtig. Auch, oder gerade die kleineren Gesäßmuskeln, der M. piriformis und der M. gluteus medius (zusammen mit dem M. gluteus minimus, mit dem er eine funktionelle Einheit bildet), sind für ein effektives und schmerzfreies Laufen essentiell. Sie sind im Gegensatz zum M. gluteus maximus weniger für die Streckung als für die Abduktion und Rotation im Hüftgelenk zuständig. Bei jedem Geh- und insbesondere Laufschritt verrichten beide Muskeln „Schwerstarbeit“, denn sie stabilisieren das Becken.

M. piriformis…

…ist eher für die Rotation (Außen- oder Innenrotation, je nach Beugungsgrad im Hüftgelenk) mit zuständig und unterstützt die Abduktion des Oberschenkels. Ein verhärteter Piriformis kann sich mit starken Schmerzen im Gesäß bemerkbar machen. Drückt er durch seine hohe Anspannung (hoher Muskeltonus) den Ischiasnerv, der direkt unter ihm verläuft, ab, löst er stechende Schmerzen nicht nur im Popo aus; sie strahlen auch in den unteren Rücken und/ oder ins Bein aus. Das kann sehr unangenehm werden.

M. gluteus medius…

…ist sowohl an der Außen- als auch der Innenrotation der Hüften beteiligt. Unterstützend wirkt er auch bei der Streckung und Beugung der Hüften mit. Hauptsächlich ist er aber zusammen mit dem M. gluteus minimus für die Abduktion des Beins zuständig.

Zusammenhang zwischen den Gesäßmuskeln und dem „Läufer-Knie“

Sind die beiden vorgenannten Muskeln, insbesondere der M. gluteus medius, zu schwach oder verhärtet, kann das zu einer Überbeanspruchung des Tractus iliotibialis, der ebenfalls eine Bein stabilisierende Funktion hat,  führen. Die Konsequenz daraus kann das Iliotibialband-Syndrom  (ITB-Syndrom), auch „Läufer-Knie“ genannt, sein. Dieses Syndrom äußert sich in schwer zu lokalisierenden Schmerzen, manchmal im Bereich der Hüfte, oftmals an der Knieaußenseite. Das Prekäre dabei ist, du denkst, deine Hüfte oder dein Knie ist das Problem und ergreifst ggf. die falschen Maßnahmen. Um zwei der richtigen Maßnahmen (neben der Kräftigung dieser Muskeln) geht es im heutigen Video:

Merkmale der heutigen Mobilisation:

Bewegungssystem: Faszien und Muskeln

Körper-Bereich: Gesäß

Mobilisationsmethoden: Triggerpunktmassage mit Lacrosseball, (M. piriformis eventuell mit der Hartschaumrolle)

Es ist unschwer zu erkennen, dass wir den beiden, eher kleineren Muskeln etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollten 💡 .

Dein Peter Buchmann

 

Foto: privat, „Triggerpunktmassage_Gesäß“

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